CSU

Bürgermeisterbrief vom November 2020

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie gerne hätte ich Sie in den vergangenen sechs Monaten meiner Amtszeit persönlich getroffen: bei unseren traditionellen und viel geliebten Anlässen wie Fronleichnam, den Festzügen in Garmisch und Partenkirchen zur Bierzelteröffnung, zum Tag der Deutschen Einheit und bei vielen anderen Gelegenheiten. Mir geht es so wie Ihnen, liebe Garmisch-PartenkirchnerInnen: Als Bürgermeisterin fehlt mir der direkte Kontakt zu den Ihnen, das persönliche Gespräch – sei es unter vier Augen, bei einer Versammlung oder an einem großen Tisch in geselliger Runde - ganz einfach das Zusammensein mit den Nächsten.

Nichts kann in meinen Augen den direkten Austausch ersetzen, auch keine Videokonferenz. Trotzdem müssen wir alle uns den Gegebenheiten stellen. Es wird in diesem Jahr keinen Christkindlmarkt auf dem Richard-Strauss-Platz geben, keine Adventsmärkte, wie den so wunderbaren bei der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V., keine Weihnachtsfeiern, wie zum Beispiel die des Krippenbauvereins. Diese uns so lieb gewordenen Veranstaltungen werden uns fehlen, da sie uns allen über viele Jahre hinweg ans Herz gewachsen sind. Die „staade Zeit“ ist jetzt noch stiller als sonst!

Als Bürgermeisterin würde ich mir wünschen, dass wir alle gemeinsam die kommenden Wochen bis Weihnachten nutzen, um uns auf das zu besinnen, was unseren Ort so lebens- und liebenswert macht: das „unbandige“ Miteinander seiner Bewohner, immer wenn es um „etwas geht“. Jetzt geht es darum, gemeinsam auf unseren Heimatort zu schauen, ihn gemeinsam in den nächsten Wochen, eventuell Monaten, durch die Pandemie zu führen. Wir alle haben es gemeinsam in der Hand!

Warum wird so viel online bestellt, wo es doch in unserem Ort kaum etwas gibt, was es nicht gibt! Warum sollten wir Konzerne fördern, die hier bei uns keine Steuern zahlen und keine Arbeitsplätze vorhalten? Warum unterstützen wir nicht unsere hiesigen Geschäfte und Betriebe? Sie sollen „Corona“ überstehen, sie sollen uns bleiben, damit unser Ort auch weiterhin von Leben erfüllt ist. Und genauso verhält es sich auch mit unseren Gaststätten: Sie sind – und das ohne eigenes Zutun – schwer gebeutelt. Denken Sie doch einmal darüber nach, die Liefer- und Abhol-Angebote zu nutzen. Zusammengefasst: Das Christkindl würde sich freuen, wenn die Weihnachtspackerl in diesem Jahr aus Garmisch-Partenkirchen kommen!

Wie wäre es, wenn Sie dem Motto „Ich schenk mir selber was!“ folgen würden? Wir alle haben unsere „Lieblingsgeschäfte“ hier vor Ort, in denen wir freundlich begrüßt werden und die VerkäuferInnen unsere Vorlieben, Konfektionsgrößen etc. kennen. Ich zum Beispiel schenke mir seit vielen Jahren selber Lesestoff. Dazu bringe ich zur Platzerlbackzeit, also jetzt, in die Buchhandlung meines Vertrauens einen Betrag X. Kurz vor Heiligabend hole ich dann meine Packerl ab, ohne zu wissen, welche Bücher seitens der Buchhandlung ausgesucht wurden. Zum Fest wartet dann immer eine Überraschung auf mich – liebevoll verpackt außerdem. Sie dürfen mir glauben, in all den Jahren war noch nie ein einziges Buch dabei, welches meinen Lesegeschmack nicht getroffen hätte! Daher: Probieren Sie es aus, gehen Sie in Ihr Lieblingsgeschäft und machen Sie sich zu Weihnachten selber eine Freude!

Abschließend möchte ich mich noch persönlich bei allen von Ihnen bedanken, die tagtäglich ihre Frau beziehungsweise ihren Mann stehen, um uns alle in Zeiten von Corona zu unterstützen. All jenen, die unter großem persönlichen Einsatz Dienst am Nächsten, sprich an der Allgemeinheit, leisten. Eine Aufzählung aller Personen und Institutionen würde den Umfang dieses Bürgermeisterbriefes sprengen.

Daher ein von Herzen kommendes Vergelt´s Gott allen, die sich angesprochen fühlen.

Mir bleibt nur mehr Sie eindringlich zu bitten: Schützen Sie sich und Ihre Nächsten, tragen Sie Maske, waschen Sie sich die Hände und – auch wenn´s schwer fällt - halten Sie Abstand!

Bleiben Sie gesund,

Ihre
Elisabeth Koch
1. Bürgermeisterin