CSU

Bürgermeisterbrief vom Januar 2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zunächst einmal ein von Herzen kommendes gutes neues Jahr, verbunden mit dem Wunsch, dass dieses Jahr ein besseres wird, als das letzte. Seit bald einem Jahr hält uns „Corona“ gefangen, die Pandemie schränkt uns ein, im privaten, im beruflichen und im öffentlichen Leben.

Unsere Kinder dürfen nicht mehr in die Schule gehen, Kindergärten und Kitas müssen geschlossen bleiben. Unsere Angehörigen in den Pflegeheimen dürfen keinen Besuch mehr empfangen, ebenso wenig wie die Patienten in den Kliniken. Unsere Gastronomie und Hotellerie darf keine Gäste aufnehmen, bzw. bewirten – die Häuser, auch mein Elternhaus - stehen leer.

Unsere Geschäfte – bis auf wenige Ausnahmen – müssen geschlossen halten. Kein Theater, kein Kino, kein Konzert – unser gesamtes kulturelles Leben steht still: wie lange dieser Zustand andauert, steht in den Sternen.

Als Bürgermeisterin dieses wunderbaren Ortes tut es mir in der Seele weh, wenn ich sehen muss, wie Existenzen an den Rand des Ruins kommen, die Menschen verzweifelt sind, weil sie immer mehr vereinsamen und von Zukunftssorgen geplagt werden. Und doch gibt es für mich einen Hoffnungsschimmer, auch wenn dieser nicht von Ihnen allen als solcher akzeptiert wird: einen oder mehrere Impfstoffe. Wie Sie wissen, befindet sich seit kurzem das neu errichtete Impfzentrum am Alpsitz-Wellenbad. Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, die Fläche zwischen Eisstadion und Wellenbad sowohl für das Corona-Testzentrum, als auch für das Impfzentrum zur Verfügung zu stellen. Ich bin froh, dass wir alle keine weiten Wege zurücklegen müssen, um zu diesen beiden Einrichtungen zu gelangen. Für mich ist es übrigens sonnenklar, dass ich mich impfen lasse, sobald ich an der Reihe bin.

Das politische Leben steht indessen nicht still. Wir arbeiten im Rathaus mit Hochdruck an der Vorlage des Haushalts 2021, ein Unterfangen, das nicht eben einfach ist. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, wie sich die Einkünfte des Marktes entwickeln werden. Eins wissen wir jedoch genau: wir müssen unsere Schulen – 5 an der Zahl – angehen und renovieren, für unsere Kinder die unsere Zukunft sind und um dem Prädikat „Kinderfreundliche Kommune“ nicht nur auf dem Papier gerecht zu werden.

Der Fauken wird zudem unsere Kassen erheblich belasten. Die Straßendecke, welche vom Floriansplatz bis hinunter bis zur Einmündung der Schnitzschulstraße in die Hauptstraße aufliegt, ist so „marode“, dass ein Einbruch zu befürchten ist. Selbstverständlich werden Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger“ über die Planungen dieses Großprojekts informiert. Sobald uns belastbare Pläne vorliegen, werden wir diese auf allen verfügbaren Kanälen kommunizieren.

Und: das Kongresshaus!

Sollen wir wirklich über 8 Millionen (!!!) in den zwingend notwendigen Brandschutz investieren, oder sollen wir neu denken, spr. zuerst endlich einmal die Bedarfe des Tourismus und von uns, der Einwohnerinnen und Einwohner, ermitteln? Wir dürfen nicht übersehen, dass sich die Welt im letzten Jahr verändert hat. Touristen aus aller Welt werden, sobald es die Pandemie zulässt, wieder zu uns nach Garmisch-Partenkirchen kommen. Sie werden Erwartungen an uns haben, ebenso, wie wir, die wir darauf warten, endlich wieder unseren Ort präsentieren zu können. Sollen wir die Chance ergreifen und auf die neue touristische Situation eingehen, oder wollen wir es bei dem Ergebnis des Ratsbegehrens belassen, wonach die Renovierung und ein Teilneubau des bestehenden Kongresshauses beschlossen wurde. Wäre es nicht endlich an der Zeit, über den „Gebäuderand“ hinauszudenken? Wäre es nicht endlich an der Zeit, unseren wunderbaren Kurpark, der sich fast unbemerkt hinter Zäunen und Gebäuden verbirgt, zu öffnen, sichtbar zu machen. Ich hoffe sehr, dass die Mitglieder des Marktgemeinderates den Willen haben werden, sich unvoreingenommen dieser Thematik zu stellen – unabhängig von deren Parteizugehörigkeit oder politischen Zukunftsambitionen.

Die vielen anderen Themen, die wir angehen werden, bzw. schon angegangen sind – Wohnungsbau, Umweltschutz, Verkehr, uvam. – würden die Dimension dieses Bürgermeisterbriefes sprengen. Ich darf Ihnen aber eins versichern: die 2. Bürgermeisterin und ich arbeiten mit all unserer Kraft daran, dass unser geliebter Heimatort eine Zukunftsperspektive hat.

Und zum Abschluss dieses Bürgermeisterinnenbriefes noch mein ganz persönlicher Wunsch für das Jahr 2021: lassen Sie sich impfen, sobald Sie an der Reihe sind, beweisen Sie hierdurch Ihre Solidarität gegenüber Ihren MitbürgerInnen und bleiben gesund, damit wir uns bald persönlich wiedersehen können!

Elisabeth Koch
1. Bürgermeisterin